Zeltgeschichten im Campingfachjargon. Wie schreibt man das denn jetzt? Und warum? Eignet sich vielleicht als Überschrift, nicht als Song. Also noch mal von vorn: Zwei Weicheier und ein freundlicher Hund. Im Morgengrauen. Von der Nacht her oder dem Morgen zu. Back-Street-Boys, haben die sich mit Bindestrich geschrieben? Kaum! Zwei Jungs in der Küche. Ich sehe sie durchs Fenster. Hell erleuchtet, versehentlich eingeschlafen. Handy klingelt. Meine Mutter ruft an. Mein Vater ruft ja nicht mehr an. Manchmal versuche ich mich an seine Nummer zu erinnern. =!/“&!%//&“, eigentlich konnte ich die nie auswendig. Warum zum Teufel hat sie ihm den Ring abgenommen? Fanta zum Frühstück, geht. Kaffee auch (Kaffee mit doppel e und Maschine ohne ie, das habe ich jetzt vielleicht auch gelernt).


Zeltgedicht im Campingfachjargon: Zwei in der Küche. Ein Nudelsieb. Dreizehn fein gehackte Zehen, fünf Sardinen oder Sardellen, wie auch immer und ein Milchbrötchen zu guter Letzt. Ich lllllllbe Dich, höre ich ihn sagen. Die Sardinen nicken, die Sardellen auch.




Jetzt denke ich schon wieder an den Beckenrand. Ich sitze da, Füße und Unterschenkel schon ganz aufgeweicht. Wie lange dauert das? Du nimmst meine Hand. Unsere Finger sind blau. Und dünn sehen sie aus. Die Lippen sind auch blau, die Wangen. Die Gänsehaut an meinen Oberschenkeln. Tja eingeschlafen, nicht die Beine, sondern meine Erinnerung. Ein blasser Schimmer im Gesicht verrät mich. Luft ist raus, anhalten und abtauchen. Ich zähle, Du zählst. Augen auf, rot vom Chlor. Wer als erstes blinzelt. Jetzt stehe ich vorm Spiegel, schaue mich an und sehe Dich. Vergessen. Ich sag, eingeschlafen die Erinnerung. Von wegen verinnerlicht. Äußerst wackelig das Ganze. Den Hahn habe ich schon aufgedreht vor Minuten, Stunden, Tagen. Meine Handgelenke, die Finger wieder blau, diesmal schaudern die Unterarme und ich denke an Ellbogen und an die nackten Füße, die weh tun auf dem Waschbeton, alles weich. Die Pommes auch.




Heute morgen im Radio. Oder morgen. Oder in einem Zeitungsartikel werde ich schmökern bevor ich umblättre und Dich zwischen Kaffee und Wein nicht finde. Ich berechne: Was nicht gesagt werden darf plus was in meinem Kopf bleiben soll gleich was das Herz schon lange weiß. X Unbekannte. Flaschenweiser Übermut, der dir zu fest auf die Schulter klopfen lässt. Eh, wo ist denn bloß meine Versicherung. Ich zahle doch monatlich ein. Jetzt sitze ich hier und Ihr schaut mich an. Ich schaue zurück. Auf den Boden, die Turnschuhe, in den Himmel.